Der Tag danach: Stabil und blau vorhergesagt, aber wunderschön

27 07 2009

Am Montag morgen um kurz vor 8:00 Uhr spreche ich meinem Chef auf den Anrufbeantworter: Wenn Du heute nicht dringend von mir was erledigt haben willst, würde ich gerne zum segelfliegen gehen. Um kurz vor 9:00 Uhr ruft er mich zurück, wir bereden zwei Sachen und dann kann ich ab zum Flugplatz. Danke!

Auf dem Weg hole ich mir schnell noch zwei Leberkäsesemmeln. Am Flugplatz angekommen liegen die Berge majestätisch vor mir, und es ist eine wunderbare Ruhe. Edi spielt mit einem GPS, und einige Segelflugpiloten sind auch schon da. Wir bauen unsere Flieger auf, und lassen es gemütlich angehen. Vernünftige Thermik soll es ab 13:00 Uhr geben, und so schieben wir unsere Flieger gemütlich an den Start. Die großen bzw. mit Wasser betanken nach Westen, die anderen nach Osten.

Ferdi, der schon ein wenig länger nicht geflogen ist, macht einige Platzrunden, und kann sich schon vor 2 Uhr halten. Ich komme als dritter in die Luft, will mich eigentlich zur Benewand schleppen lassen, doch nachdem Hannes schon von guten Steigen in der Jachenau berichtet, klinke ich, als das Vario hinter der SD auf 5 Meter steigt, über dem Blomberg aus. Und es ist einfach wunderbar, wieder zu fliegen, über den Bergen. Vielleicht sollte ich nur noch unter der Woche fliegen, wenn alles sehr relaxed ist. Ich komme am Blomberg gut weg, schleiche über die Benewand und der Latschenkopf geht. Aber nicht ganz so hoch, dass ich mich mit meinen 100 Liter Wasser zum Sojern traue. Ich hoffe auf ein wenig Steigen auf dem Weg zum Sojern, doch ich bekomme es nicht. Hannes ist gut am Sojern weggekommen, doch ich muss reumütig zurück zum Latschenkopf. Diesmal geht es etwas höher, und ich komme so am Sojern an, dass ich den Grat raufreiten kann. Doch ich freue mich zu früh, und muss dann doch noch ganz schön lange rumbasteln, bis ich über Gipfel bin. An der Arnspitze werden schon unglaubliche Steigwerte und Höhen gemeldet, und so fliege ich hin, bin aber ganz schön tief, und es dauert ganz schön lang, bis ich auch gut steige und wirklich hoch bin. Hannes bemitleidet mich ein wenig im Funk. Ich fliege dann weiter zum Wetterstein, und dann geht es über die Ausläufer der Mieminger zum Tschirgant. Der geht zwar irgendwie, aber ich komme nicht wirklich hoch, nur so hoch, dass ich abgestützt auf Milz den Venet ausprobieren kann. Erst am Sender bekomme ich den Fahrstuhl in den oberen Bereich, und sehe dann über mir auch die erste Wolke erscheinen. Nun geht es über den Hexenkopf ins Unterengandin, aber die Wolken sind nicht wirklich eine Hilfe. Auch das wechseln auf die Südseite, wo schöne Wolken stehen, bringt nicht wirklich was.

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Der Ortler liegt schön vor mir, die Bernina haben deutlich unter den Gipfeln eine Wolkensaum. Ich kann mir bald auf jeden Fall die schneefreie Unninaschulcht anschauen, und auch S’charl. Alles Stationen der letzten Radeltour. Bei Schuls drehe ich dann um, und kann mich dann an der Südseite des Inntals wieder hoch machen. Weiter im Osten stehen noch schöne knackige Wolken, die mir dann auch die Endanflughöhe bringen. Ich kann auf die Wolken auf der Südseite des Hauptkamms von oben herabschauen.
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So geht es über Tschirgant, Miminger zum Wetterstein, an dem ich dann noch ein wenig hin und her fliege.
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Und dann gilt es nur noch dazugleiten. Über dem Krünner Becken trägt es gut, und so kann ich noch über den Walchensee, die Benewand, Tölz bis fast zum Taubenberg gleiten, und dann schließlich wieder nach Königsdorf zu gleiten.

Ich bekomme von Edi die Landeinfo, und rolle kurz danach bis fast zu meinem Hänger. Flugzeug sauber machen, die Abendstimmung genießen, mit Hans und Martin über das erlebte plaudern, die Wolkenstraße, unter der wir vor einer Stunde geflogen sind, zum Gewitter entwickeln sehen, noch ein gutes Abendessen. Ein gelungener Segelflugtag.

Danke an die Crew heute in Königsdorf, mit Euch hat das Fliegen und der Flugplatz wieder richtig Spaß gemacht. Ich hoffe, wir können diese Leichtigkeit des Flugberiebs noch häufig erleben.

antares


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