Bundesliga, letzte Runde 2009

1 09 2009

Es ist Freitag Abend, und der Blick ins Wetter verheißt nichts gutes. Am Sonntag wird es in den Bergen nicht so gut werden, wie die letzten Tage angekündigt, und das beste Wetter für die Bundesliga wird es somit am Samstag auf der Alb geben, genau dort, wo der erste und zweite der Bundesliga beheimatet ist. Unter der Woche habe ich schon mal Mails losgelassen, in denen ich nach der Bereitschaft zu einem Auswärtsspiel angetestet habe. Nur Gerhard hat sozusagen sicher zugesagt, Benni hat kein Auto, Vincent will uns helfen und Thomas will es von Nikolai abhängig machen. Nach einigen Telefonaten steht dann so gegen 21:00 Uhr fest, dass wir (Gerhard, Benni und Vincent) uns so gegen halb Acht am Flugplatz treffen wollen, um einen Flieger des SCM und die 2D der SGI abzubauen. Nebenbei wollen wir dann auch noch Thomas überzeugen mitzufahren. Das Wetter ist bei mir in Ottobrunn am Freitag Abend noch sehr gut, und es sieht nicht so aus, als ob es Morgen regnen würde. Doch als ich am Samstag aufwache, nieselt es. Ich frühstücke und fahre dann zum Flugplatz. Je näher ich komme, um so schlechter wird das Wetter, und angekommen kann ich das Prasseln des Regens auf dem Hallendach hören. Die Wolfs habe am Flugplatz übernachtet, Nikolai schläft noch im Aufenthaltsraum. Wir fangen an zu überlegen, wie wir den 2D abbauen können, sie steht natürlich ganz hinten in der Halle. Gott sei Dank sind die 2C in Frankreich und die Domina auf der Südseite der Alpen, sodass genügend Platz in der Halle ist. Aber wir brauchen fast eine dreiviertel Stunde, bis wir so weit sind. In dieser Zeit kommt auch Benni mit dem Fahrrad an, er ist patsch nass. Wir bauen dann die 2D ab, verstauen sie im Hänger und helfen noch Gerhard und Raphael die 1000 abzubauen.
ha
Inzwischen hat der Regen Nikolai, Thomas und auch Marina überzeugt, dass es wohl heute nichts mit Fliegen in Königsdorf wird, und Thomas will nun auch mit zum Auswärtsspiel. Doch die Bedingung ist, wir müssen vorher noch Frühstücken. Eigentlich keine schlechte Idee, doch wir sind schon ganz schön hinter dem Zeitplan, denn der Plan war um 8:15 abzufahren, und nun ist es schon 9:20. Doch ich schätze den vierten im Team wichtiger ein, als den Zeitplan. Also frühstücken wir, doch am Ende erlebt Marina schon einige hektische Männer, die den Frühstückstisch in Windeseile abräumen. Alles was jemand aus der Hand legt, wird von uns sofort weggeräumt. Leider erreiche ich weder in Greding noch in Beilngries schon jemanden am Telefon. Also brechen wir mit unbekannten Ziel nach Norden auf. An der Raststelle Köschinger Forst wollen wir spätestens festlegen, wo es hingehen soll. Gerhard und Raphael sind ohne das Frühstück aufgebrochen, und sind etwas vor uns. Je weiter wir nach Norden kommen, desto besser wird das Wetter. Ab nördlich von München haben wir schöne Cumulanten am Himmel, und es ist klar, wir haben die richtige Entscheidung getroffen.
hb
Kurz nach Ingolstadt erreiche ich zum ersten mal jemanden in Beilngries, und erfahre, dass die Schleppmaschine nicht einsatzklar ist. Ich informiere sofort Gerhard, damit er nicht in Denkendorf von der Autobahn geht. In Greding erreiche ich immer noch niemanden. Also rufe ich in Eichstätt an, und die Eichstätter sagen uns sofort ihre Hilfe zu. Als ich Gerhard über den neuen Abflugplatz informiere, ist er gerade in Greding. Für uns gibt es zwischen Kinding und Eichstätt eine Umleitung, sodass wir erst gegen halb Eins in Eichstätt ankommen.
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4 Flieger Aufbauen und drei Flieger mit nur einer Wasserpumpe betanken dauert ganz schön lange. Während der ganzen Zeit sehen wir die wunderbaren Wolkenstraßen am Himmel, mit einer Klarheit wie wir es nur aus dem Frühjahr und von Bildern aus Segelfliegerparadiesen kennen. Als wir dann endlich so weit sind, will der Schlepppilot gerade Mittag machen, doch es wird für uns schnell ein anderer Schlepppilot organisierst. Ich glaube es wurde ein Ringtausch bei einigen Diensten der Eichstätter gemacht, um dies zu ermöglichen. Hierfür herzlichen Dank. Kurz vor dem Start erfahren wir ,dass ein Eichstätter in der Nähe von Aalen außengelandet ist, und auf der anderen Seite das Steigen in Eichstätt phantastisch ist. Bis der Schlepppilot organisiert ist, mach Thomas mit seiner betanken LS6 einen Windenstart, säuft aber ob der vom staken Wind unten zerrissenen Thermik wieder ab. Bald geht dann die 1000 mit Gerhard und Raphael raus, und sie machen nach dem Ausklinken nur einen Kreis und fliegen dann sozusagen nur noch gerade aus, Raphael, der offene Klasse Pilot ist eben das Geradeausfliegen gewöhnt. Danach zieht die DR300 Benni und Thomas raus. Benni säuft wieder ab, und kommt sehr knapp in den Platz rein, kurz bevor ich starte. Als ich dann in der Luft bin, erfahre ich im Funk, dass Benni sich nicht wohl fühlt und deshalb Vincent fliegen wird. Vincent braucht aber noch ein wenig und bittet uns, nicht auf ihn zu warten. Inzwischen läuft uns die Zeit davon, und ich schlage vor, nicht wie Gerhard und Raphael nach Westen zu fliegen, sondern gleich nach Osten, damit wir eine Chance haben zwei Schenkel mit Rückenwind zu fliegen, solange die Thermik noch sehr gut und die Wolkenstraßen noch sehr ausgeprägt sind. Ich klinke in so 500 Meter über Grund aus, und erwische westlich von Eichstätt zwar ein wenig Steigen, doch so richtig gut ist es nicht. Thomas findet dann über mir auch kein gutes Steigen, meldet aber kurz danach über dem Eichstätter Flugplatz sehr gutes Steigen. Doch bis ich hinkomme ist er schon weg, und es kurbelt nur nach die Eichstätter 21, die nach mir gestartet ist, über mir. Das Steigen ist zwar gut, aber nicht so berauschend wie es nach den Wolken sein sollte. Macht der Wind hier unten einfach noch alles kaputt? Ich entschließe mich, nach Osten weiter zu fliegen, für mich sehen die Wolken dort viel besser aus, und ich finde dann auch den ersten richtig guten Bart des Tages, die Auswertung am Abend ergibt über 668 Meter gemittelt 3,7 m/s. Obwohl ich mit meine Antares ein Flugzeug mit den Flugleistungen der offen Klasse habe, habe ich mir leider immer noch nicht das entsprechende Flugverhalten angewöhnt, ich kurble noch zu viel. Und so mach ich bei Hemau, kurz nach Regensburg jeweils ein paar Kreise. Etwas nördlich von Straubing wende ich, weil Thomas und ich das Wetter weiter im Osten zu diesem Zeitpunkt noch etwas unübersichtlich einschätzen. Uns so geht es dann im Barauseschrit wieder zurück. Nun gegen den Wind, und nicht mehr mit 200 km/h gegenüber dem Grund, sondern nur noch mit so 150 km/h. Es ist wie im Traum. Aber wir erwischen die Wolkenstraße nicht ideal, ich nehmen dann erst mal einen schlechten Bart mit nur 1,9 Meter an, nur um kurz danach, am Ende der Wolke bei der Walhalla in 3,5m/s zu kurbeln. Dann geht es weiter, mit nur einem Angstkreis zwischendrin, bis nach Berching, wo ich dann mit 2,3 kurbeln muss. Es ist noch zu früh zum umdrehen, also muss ich noch weiter nach Westen, es steht zwar noch eine Wolkenstraße, aber sie ist ein wenig zu ausgeprägt und nicht mehr knackig. Unter der Wolkenstraße finde ich zusammen mit einigen anderen nur 1,5 Meter, obwohl es immer wieder deutlich stärker Ausschläge gibt. Ich entschließe mich nach 150 Meter wieder nach Osten zu fliegen, jetzt sollte das Wetter auch bis zum Ende des Wertungsfenster der Bundesliga nach Osten hin gut sein. Auf dem Rückweg fidne ich dann zusammen mit Thomas die 3,6 Meter an denen wir kurz vorher auf Westkurs nur knapp vorbeigeflogen sind. Wieder oben geht es dann kreislos für 43 Minuten mit eine mittleren Grundgeschwindigkeit von knapp 180 km/h nach Osten. Und da ist ein ganz schöne Verkehr unter der Wolkenstraße. Ich bin froh, dass ich ein Butterfly habe, und so die Flugzeuge schon früh angezeigt bekommen. Nach 43 Minuten denke ich, ich bin schon 5 Minuten über dem Wertungsfenster und kehre deutlich über der Einstiegshöhe nördlich von Deckendorf an der ersten Kette um, weil die Wolken im Südosten nicht mehr weit weg schon deutlich tiefer sind, obwohl ein Ausflug zum Lusen über dem eine schöne Wolke steht, schon verlockend ist. Aber nach Westen lösen sich die Wolken schon ein wenig auf. Thomas kam etwas hinter mir auch unter der Wolkenstraße auch schon nicht mehr richtig hoch. Kurz überlege ich, ob ich nicht versuchen sollte, nach Königsdorf zu fliegen, denn es scheint, als ob eine Wolkenstraße nach Königsdorf ginge. Doch die logistische Herausforderung läst mich von diesem Projekt Abstand nehmen. Ich fliege also wieder nach Westen, zusammen mit Thomas, der ein wenig tiefer ist. Nachdem sich die Wolken schon ein wenig auflösen, und wir meinen die Bundesligazeit ist vorbei, kurbeln wir schon relativ hoch in einem 2,4 Meter Bart, doch dies ist ein Fehler, denn wie sich später herausstellt, war die Bundesligazeit noch nicht vorbei.
Die Wolken tragen jetzt nur noch sehr lokal, oder wir finden die tragenden Linien nicht mehr so gut. Sodass wir nun deutlich mehr kurbeln müssen; erst bei Straubing am Ende einer schönen Wolke und dann finden wir unter einigen Wolken nichts mehr.
hc
Ich habe mit viel Sicherheit Endanflughöhe auf Hienheim, und finde dann etwas südlich vom Donaudurchbruch einen guten Bart, der besser wird, nachdem die BT, ein Discus, den Bart verlassen hat. Ich kann dort fast Endanflughöhe machen. Unten war der Bart nicht so gut, zwischen drin wird er gut und oben wir er dann wieder schwächer. Thomas steigt, nachdem ich schon deutlich Höhe machen konnte, tief unter mir ein. Wie Wolken haben sich nun deutlich reduziert, es stehen nur noch ein paar über der Donau und einige Fetzen über dem Köschinger Forst. Ich habe sicheren Endanflug auf Etting, und mir fällt plötzlich siedend heiß ein, dass Thomas keine Luftraumdatei hat und deswegen vor Siegenbrug nicht gewarnt werden wird, und wir sind ganz schön nahe. Ich mache Thomas, der noch kurbelt darauf aufmerksam, frage bei München Information an. Die freundliche Stimme kann mir Gott sei Dank gleich sagen, dass Siegenburg nicht aktiv ist, was ich an Thomas weiterleite. Über dem Köschinger Forst finde ich längerem Suchen dann 1,4 m/s, worin ich sichere Endanflughöhe nach Eichstätt machen kann. Beim Suchen habe ich ein wenig Wasser abgelassen, doch nachdem ich das Steigen hatte, habe ich die Ventile wieder dicht gemacht. Nach längerem steigt Thomas unter mir ein, und es ist schon toll zu beobachten, wenn ein Flugzeug über dem grünen Wald beim Anflug auf den Aufwind das Wasser lässt. Der Aufwind wird schwächer und ich gleite in meinem Endanflug dann noch an die letzen Wolken ein wenig nördlich der direkten Linie, um für Thomas herauszubekommen, ob das Altmühltal trägt. Und es trägt, sodass dann mit Hilfe der Hänge im Altmühltal auch Thomas gut heim kommt.

Ein wunderschöner Flugtag, mit Wolkenstraßen wie ich sie noch nie Ende August in Deutschland erlebt habe ist zu Ende, wir hatten wunderbare Flüge. Raphael waren bei uns die schnellsten. Die Donauwörter waren deutlich schneller wie wir, und haben uns gezeigt die man die Bundesliga gewinnt. Herzliche Glückwünsche nach Donauwörth zum Stillberghof.

Wir bedanken uns noch mal herzlich den Eichstättern, die uns diesen wunderbaren Tag ermöglicht haben.

Auf dem Rückweg machen wir noch bei der Suche nach einem Wirtshaus ein wenig Schnitzeljagd. Es kann schon ganz schön beängstigten wirken, wenn 4 Hänger im Konvoi in einer Wohnstraße wenden.

Am Sonntag sind wir noch so voll vom Erlebten, dass außer Thomas als Fluglehrer und Ehemann keiner von uns fliegt.

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