Einmal um den Ortler

28 04 2010

Um Kurz nach halb Elf starte ich als drittes Segelflugzeug. Ich lasse mich zum Alpamare schleppen, denn der Abflug soll nach Osten, und ich von dort in die Thermik zur ersten Thermik gleiten und dann am Abend im Endanflug meinen Flug schließen können. Nach der Wolkenoptik erhöhe ich meine Ausklinkhöhe um 200 Meter, denn die Wolken stehen etwas weiter drinnen als ich es eingeschätzt hatte. Ober den ersten Bergen bekomme ich aber dann doch gleich relativ kräftige Thermik, und es wären die 200 Meter nicht notwendig gewesen. Ich entscheide mich den Standradweg zu nehmen, obwohl der Weg ein wenig weiter in Norden deutlich besser mit Wolken markiert ist. Gerd ist schon am Kaiser, und meldet dort gutes Steigen.

Es Dauer auch nicht lange, und ich habe Endanflughöhe auf den Bart an der Westecke des Kaisers.

Am Kaiser geht es gleich am Anfang richtig gut hoch, am Ende kommen mir schon die ersten Drachen entgegen, und so fliege ich bald den Wallerberg an. Ok nicht direkt den Wallerberg, weil die knackige Wolke ein wenig nördlich davon steht.

Da das Gefahrengebiet Hochfilzen aktiv ist, geht es dann über eine schöne Reihung zur Sausteigen, und dann gleich weiter zum Hundstein. Auf zum Hofgasteiner Tal und dann auch gleich auf die Südseite.

Auf der Südseite angekommen muss ich ganz schön weit gleiten, bis ich wieder richtig steige. Richtig gut wird es dann am Goldeck, an dem ich tief ankomme. Leider fliege ich erst knapp am Bart vorbei, und finde erst nach einer riesigen Suchschleife den Lift an oben.

Oben angekommen, schaue ich nochmal nach Norden zurück.

Und dann liegt auch schon der Dobratsch vor mir.

Am Dobratsch finde ich den Aufwind ganz schön weit im Osten, und dann geht es zur Konvergenz in den Karawanken. Dort treffe ich dann auch Gerd, und mache meine Wende. Es geht dann erst zusammen mit Gerd nach Westen. Wir entscheiden uns, relativ weit südlich in den Dolomiten zu fliegen, da dort bis an den Horizont schöne Wolken zu erkennen sind. Ich werfe nochmal einen Blick auf den Dobratsch, den Tschirgant des Südens.

Und dann geht es durch die schroffen Dolomiten. Die Auswahl des Außenlandefeldes, auf das ich mich abstütze, erfordert dort deutlich mehr Aufmerksamkeit als normal.

Gegen  Ende der Dolomiten bin ich viel zu sehr auf das Vinschgau fixiert, über das wir ja normalerweise fliegen, als das ich ernsthaft die Option bedenke, an den Wolken da ganz im Süden entlang zu fliegen.

Zwar komme ich unter den Wolken in den Sarntalern nochmal schön hoch, doch dann erreiche die die Wolke auf dem Grat südlich von Meran nicht mehr, und finde mich im Utental wieder. Dort komme ich nicht richtig hoch, und entscheide mich dann wieder Richtung Meran zu fliegen, denn dies ist der einzig tiefe Fluchtweg aus dem Tal. Ich kann dann aber doch über ein Pass nach Süden zu einer schönen Wolken abkürzen, und bald geht es dann die Südseite des Utentals wieder nach Südwesten. Der Ortler liegt vor mir, und versperrt mir den Weg zum Ofenpass und zum Engadin. Im Süden sind immer noch die schönen Wolken, ich erinnere mich an die Erzählung von Thomas, was die Samedaner machen, wenn sie über den Maloja fallen. Und so entscheide ich mich über den Tonale und den Bernina meine Wende zu erreichen. Es muss gut laufen, denn ich habe nicht mehr viel Zeit bis um 5, meiner spätesten Zeit an der Wende. Es läuft gut, aber nicht gut genug, und so entscheide ich mich um 12 vor 5 südlich von Bormio wieder nach Norden zu fliegen. Denn hättet es unter einer der beiden Wolken im Westen nicht geklappt, wäre ich ich in Sondrio gesessen, und das ist eine irrsinnige Rückholtour. So geht es über den Bereich, in dem ich gerne mit meinem Bruder Radel fahre, zur Uinaschlucht und dann ganz normal in Engadin. Ich mache ein Bild von der Uinaschlucht.

Und nicht viel später bin ich schon im Anflug auf den Tschirgant, der mir dann Endanflughöhe bringt.

Vorbei am Walchensee über die Jachenau geht es dann wieder zum Alpamare und dann schließlich heim nach Königsdorf.

Ich habe ein 699 km FAI Dreieck geflogen nicht das ausgeschrieben 750 km FAI, doch der Weg durch die Dolomiten und südlich am Ortler vorbei waren sehr erlebnisreich, und ich möchte dieses Erlebnis nicht missen. Gerd landet über eine Stunde später als ich, und kommt mit seinem angemeldeten 900 km FAI Dreieck zurück.


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