Bundesligawochenende

16 08 2010

Prolog

Freitag am frühen Abend klingelt mein Telefon, es ist Mathias zum Bundesliga Briefing. Er selber ist auf einer Hochzeit, und bittet mich mit Moritz und Benny das Bundesliga Auswärtsspiel zu bereden. Es ist sowohl für mich wie auch Mathias glasklar, dass ein vernünftiger Bundesliga Flug nur von  einem Platz im Nordwesten Bayerns möglich sein wird. Ich rufe zuerst bei Moritz an, der sich nicht sonderlich begeistert zeigt, weil er eine Verpflichtung am Samstagabend hat. Danach ist Benny dran, der mir erklärt, dass die meteorologischen Bedingungen so sind, dass er auf jeden Fall von nur von Königsdorf aus fliegen wird. So hat Benny dem Bundesliga Auswärtsspiel den Todesstoß gegeben, denn nur wenn wir mit mindestens 3 Piloten fahren, macht es Sinn, denn mit nur zwei Piloten werden Mathias und ich nur den einen Punkt erfliegen.

Samstag

In der Früh ist es am Flugplatz wunderbar Blau, doch schon bald bildet sich eine Wolkendecke so in 300 bis 400 Meter. Ich beobachte das ganze über die Webcam von zu hause aus, wo die Dreck in 200 Meter hängt. Als ich am Flugplatz ankomme, ist die Ls8 von Mathias und der Discus für Jens schon auf dem Hallenvorfeld. Wir bauen meine Antares auf, und warten darauf, dass sich die Wolkendecke ein wenig hebt, damit es zumindest eine theoretische Möglichkeit gibt, aus den freien Bergen wieder zum Platz zurückzugleiten. Doch die Wolkendecke hebt sich nicht und ändert sich nur ab und an in ihrer Dichte. Gerd schiebt die 1000 Turbo an den Start, und lässt sich unter der Wolkendecke bis nach Lengries schleppen, und dann dort im Blauen höher zu steigen. Der Patschekofel meldet zu diesem Zeitpunkt eine ordentlichen Wind aus 150°, doch von unserem Motorsegler wissen wird, dass die Nordkette vom Achensee bis Schwaz nicht geht, und so kommen sie nach über einer halben Stunden wieder im Schlepp zurück. Sie vertrauen dem Turbo nicht, und wie es sich herausstellt, waren sie gut beraten, denn dam Boden springt er bei dem anschließenden Test nicht an, und erst nach einer Grundreinigung, über der auch Späne gefunden werden, läuft er wieder. Benny hat sich immer noch nicht blicken lassen, ist seine ganze Motivation mit der Qualimeisterschaft verschwunden?

Kurz vor dem letzten vernünftigen Startzeitpunkt beschließe ich nun doch zu starten. Eine Außenladung in der Jachenau, oder wenn die Nordkette nicht geht ins Innsbruck sind die Optionen, denn wir werden entweder gleich am Platz on Top gehen, oder bis Engries unter den 400 Meter hohen Wolken bleiben müssen. Der Wind vom Patscherkofel ist immer noch aus 150°, der Wendelstein hat 180° und die Zugspitze meldet auch so zwischen 150 und 180°. Die Nordkette sollte oben gehen, und unter Umständen geht ja auch die Welle des über dem Isartal bei Krünn. Wir haben das Glück, dass sich auf der normalen Schleppstrecke ein Wolkenloch auftut, und so kann mich Mathias dort über die Wolken ziehen, und wir können auf dem direkten Weg Richtung Mittenwald schleppen.

Im Schlepp ändert sich die Steigleistung genau mit der typischen Wellenlänge der Wellen, und so klinke ich über der Isar mit Endanflughöhe auf die Nordkette aus. Zuerst finde ich das Steigen nicht richtig, doch nach etwas Suchen steige ich mit 2-3 Meter. Nun bin ich froh, dass ich den Sauerstoff aufgedreht habe. Ich rufe München Info, um eine Freigabe für über FL130 zu bekommen. Die geben mich an München Radar weiter. Ich schalte den Mode-S Transponder ein, und bin frohen Mutes, als mit der Lotse die Freigabe bis FL150 gibt. Ich will ihn gerade ob einer Freigabe bis FL180 anfragen, als er mich auf Deutsch anspricht, ob ich ein Luftsportgerät sein, denn mit dem dürfte ich ja überhaupt nicht in den Luftraum C. Ich sage, dass ich ein Segelflugzeug bin, und keine Luftsportgerät. Nun fragt er mich, ob ich ein VOR an Bord habe. Ich verneine, und gebe meine beiden GPS an, die ihm aber nicht auslangen. Er bittet mich höflich aber bestimmt, sofort den Luftraum C zu verlassen. Ich hoffe, dass in Österreich auch Wellen sind, und wenn alle Stricke reißen, wird doch die Nordkette gehen. Gerade sah alles noch so einfach aus. Über dem Isartal auf FL180 oder FL200 steigen, und dann einfach abgleiten. Doch nun muss ich mir Gedanken machen, ob ich an der Nordkette meine Ausklinkhöhe wieder erreichen können werde. Doch leider finde ich die Wellen weiter in Süden nicht und die Mieminger gehen auch nicht.

Und so finde ich mich dann doch relativ schnell in Innsbruck am Flugplatz wieder. Dort werde ich von sehr herzlich aufgenommen. Ein Innsbrucker Segelflieger berichtet mir, dass er auf seiner Wanderung an der Nordkette keinen Windhauch gespürt hat, dies deckt sich leider auch mit meiner Erfahrung. Als der Regen kommt, schieben wir meinen Antares schnell in die Halle. Leider wird sie dann beim Abrüsten doch noch nass, weil wir dies ob eine Motorflugzeugs nicht mehr in der Halle machen können. Gerhard, der ja den ersten Versuch mit der 1000 gemacht hat, macht für mich den Rückholer und wir kommen so gegen 23 Uhr wieder in Königsdorf an. Da mein Schlüssel für Auto und Halle in der verschlossen Halle ist, müssen wir noch einen Hallenschlüssel für mich organisieren. Danke Für das Rückholen und auch das Schlüsselholen an Gerhard. Danke auch an die Akaflieg, die mein 3 Gang Menü nicht aufgegessen haben, sondern es mir dann noch kurz vor Mitternacht warm serviert haben. Ok, die Nachspeise war nicht warm, aber die sollte auch ein ganz wenig angefroren sein, so wie sie es war.

Ich habe dann auf dem Flugplatz übernachtet, denn für den Sonntag war die Vorhersage so, dass wir in der Früh noch mal Welle hätten bekommen sollen.

Sonntag

Um kurz nach halb acht weckt mich die Sonne auf. Es ist ein strahlender Morgen, und er der Föhnwall ist deutlich zu sehen. Ich freue mich schon bald fliegen zu können.  Nach dem Frühstück ist die Antares schnell aufgebaut. Doch leider zieht nun von Westen eine tiefe Wolkenschicht herein. Zuerst hoffe ich noch vorher in die Berge geschleppt werden zu können, denn die Windvorhersage ist gut. Doch unsere Schleppmaschine erst wieder flugbereit, als Basis schon so tief ist, dass an ein Schleppen in die Berge nicht mehr zu denken ist. Und so beginnt die Zeit des Wartens. Geht die Basis nochmal so hoch, dass wir in die Berge schleppen können? Inwischen sind auch Mathias und Moritz da, und so warten wir gemeinsam.

Um kurz nach zwölf ist die Basis so weit angestiegen, und die Bewölkung so locker, dass ein an thermisches Fliegen zu denken ist. Wir hoffen auf eine Mindestwertungsstrecke. So startet als erstes Mathias, dann Moritz und schließlich ich. Wir lassen uns alle gegen den relativ starken Westwind schleppen, und können bei Penzberg jeweils bis fast zur Basis.

Für mich geht es dann bis fast nach Wasserburg mit dem Wind, und von dort versuche ich die Wolkenstraße nach Westen, unter der Mathias zum fast selben Zeitpunkt bei Schäftlarn ist. Er kommt unter der strebenden Wolkenstraße entgegen, und wir kurbeln in einem strebenden Bart, mir fehlen noch fast 30 km zur Wertung. Weiter im Westen, südlich der neuen Messe sehe ich noch einige Wolken mit besseren Konturen, und ich beschließe, entweder gehen sie, oder es hat nicht sollen sein. Die Wolken lösen sich auf dem Hinflug auf, und ich bin nur noch kaum über Positionshöhe, als ich beim Außenlandefeld einen schwachen Bart finde. Ich brauche noch etwa 18 km. Jetzt nur den Bart nicht verlieren, es geht nicht mehr um Geschwindigkeit sondern nur noch um das Obenbleiben. Der Wind wird mir schon helfen. Und er hat mir geholfen, indem er mich fast 8 km treibt, bis ich den Bart nicht mehr weiter nutzen kann. Ich habe sichere Endanflughöhe nach Antersberg, und die Mindestwertung in der Tasche. Ich finde im Grauen nochmal einen Bart. Die Antersberger versprechen mir einen Schlepppiloten zu finden, sollte ich bei ihnen landen. Mathias ist noch weiter im Osten, und wir nicht mehr nach Antersberg kommen, und hat als Ziel Vogta. Ich habe inzwischen auch Endanflug dort hin, und beschließe auch dort hin zu fliegen. Und so landen wir bald kurz hintereinander in Vota, wobei ich den Platz erst finde, als ich schon drüber bin. Dabei habe ich ihn schon so oft erfolgreich gefunden, aber noch nie so tief von Wetsen anfliegend.  Mathias ruft in Königsdorf an, und organisiert uns ein Schleppflugzeug. Die ER kommt und schleppt dann zuerst mich und dann Mathias zurück nach KDF.  Danke an den Rückholer.

Danach muss ich noch meinen Übungsflug für die Scheinverlängeurng machen. Wolfgang Hake hat ihn freundlicherweise noch mit mir gemacht. Es ging zuerst nach Westen um den Hohen Peisenberg und dann über München zurück nach Königsdorf.


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