Thermikflug im November

12 11 2011

Samstag in der Früh wache ich in der Nebelsuppe auf. Also fange ich an, mich um den Haushalt zu kümmern. Da die Webcam vom Flugplatz nicht funktioniert, und die Webcam, die die Benewand von Nordwesten zeigt, auch im Nebel ist, rufe ich erst gegen 10:00 Uhr am Flugplatz an. Da erzählt mir Michael, dass es ab dem halben Weg zum Flugplatz einen strahlend blauen Himmel mit guter Fernsicht hat. Also nichts wie die Fliegersachen eingepackt und auf zum Flugplatz.

Auf dem halben Weg zum Flugplatz sehe ich dann auch den blauen Himmel, doch auch wunderschöne Cumulanten über den Bergen. Jetzt wird aus dem Plan nur mit dem Mose durch die Berge zu fliegen, der Plan es doch mit dem Segelflugzeug zu probieren. Die Wolken sehen sehr hoch aus.

Am Flugplatz angekommen, wird schon eifrig in und vor der Werkstatt gearbeitet, ans Fliegen traut sich niemand zu denken, denn die Winterarbeit muss erledigt werden. Aber Ferdi von den Tölzern hat schon ausgeräumt und will später noch fliegen. Ich rede mit Edi, und er meint, nur wer wagt gewinnt. Es ist klar, es wird ein langer Schlepp, und wir sind uns nicht sicher, ob es nicht doch einfach nur Restbewölkung ist. Aber die Cumulanten stehen dort, wo sonst auch die gute Thermik ist, und dort wo sie nicht stehen, ist normalerweise auch keine gute Thermik. Also sollte es schon was mit Thermik zu tun haben, wo sie stehen. Ferdi und ich reden noch ein wenig, und er will die Expedition zu diesen Wolken auf jeden Fall durchführen. Ich im Herzen auch, und dann auch in der Realität. Ich versuche Jens noch dazu zu überreden, doch nicht seinen 2ct zu polieren, sondern auch zu fliegen, doch er meint nur, ich bin ja erst letztes Wochenende Föhn geflogen.

Jetzt helfen mir Jens und Sepp meine Antares aufzubauen, und bald stehe ich am Start. Kurz vor meinem Start meldet dann Ferdi auch 1.5 Meter Steigen bei einer Basis von 2200 Meter. Sepp schleppt mich am Blomberg vorbei Richtung Benewand. Bei Kilometer 14,7 klinke ich aus, irgendwie lässt die Bundesligaregel einen auch im Sommer nicht los.

Dann gleite ich zuversichtlich zu den Wolken über den Benewand, und finde den ersten guten Aufwind, nach einem Tipp von Ferdi über der Galswand.

Von dort geht es dann die Benewand entlang nach Osten. Im Osten der Benewand angenommen, rechne ich kurz aus, dass ich einen Versuch zum Ross- und Buchstein wagen kann. Ich fliege ihn nach dem Unfall von Tomy zum ersten mal mit der Absicht an, dort zu steigen. Und so fliege ich in sehr ruhiger Luft über das Isartal.

Beim langen Flug über das Tal wird es mir, trotz der großen Haube ein wenig kalt, und ich verwende ab da meine Jacke als Decke. Habe ich bisher noch nie in der Antares gebraucht. Hätte einen wärmeren Flees anziehen sollen.

Ich versuche dann gleich unter den ersten Wolkenfetzen zu steigen. Dort habe ich auch immer wieder kräftige Ausschläge, aber zentrieren kann ich es nicht. Erst als ich deutlich unter eine andere Ecke der Wolke verlagere finde ich gutes Steigen.

Im Süden sind die Wolken nochmals deutlich höher, also geht es auf Richtung Guffert, aber natürlich nicht ohne nochmal über den Blaubergen zu steigen. Es ist fast wie im Frühjahr, wo die Sonne gut rein scheint geht es nach oben, nur ist es nicht so kräftig wie im Frühjahr. Aber wir sind auch deutlicher an der Wintersonnenwende als bei unseren Flügen im Frühjahr.

Am Guffert finde ich das beste Steigen deutlich im Schatten des Berges, der Wind verbläst die Thermik. Flieg den Berg dann noch ganz nach Osten aus, um dann zum Unnütz zu fliegen. Da sehe ich unter mir in der Sonne Paragleiter auf den Start wartend. Inzwischen habe ich den Eindruck, die Thermik wir ein wenig schwächer, und auch Ferdi meint, die niederstehende Sonne liefert nicht mehr soviel Energie. Also muss ich mir steilere Felsen suchen, bei denn nach Möglichkeit auch noch der Talgrund von der Sonne ausgeleuchtet wird. Und genau diese Felsen sind auch noch von schwächer werdenden Wolken gekrönt.

Und so geht es dann vor bis zum Sojern, dessen Südwestflanke wunderbar in der Sonne liegt, und mich kreisend auf 2500 Meter trägt.

Von da geht es dann in einem langen ruhigen Gleitflug zum Latschkopfbart, an dem auch zwei Paragleiter die Herbstthermik nutzen.

Aber ein richtige Steigen gibt es nicht, und ich meine auch den Geruch von Kuchen wahrgenommen zu haben, also geht es auf Richtung Norden.

Und so bin ich dann nach etwas mehr als 20 Minuten Geleitflug, mit einer Umrundung von Tomys Rest wieder in Königsdorf, und freue mich sakrisch über einen wunderschönen Flug. Es ist nicht mein spätester Thermikflug, ich bin einmal zwischen den Jahren am Isarknie um über 1000 Meter am Stück gestiegen.

Der Geruch von Kuchen hat mich übrigens nicht getäuscht, aber Christoph K. hat ihn auch gerochen, den Kuchen. Also gibt es jetzt erst mal vorzüglichen Käsekuchen der Familie Höfner.

Nur leider ist danach mein Flieger nass vom Tau, man kann halt nicht alles haben. Also abbauen, Hänger in die Halle schieben, Hallentore zumachen, Hänger aufmachen, und nach etwas mehr als einer Dreiviertelstunde ist der Tau auch wieder verschwunden.

In der Zwischenzeit kann ich zusammen mit Luka und Michael herausbekommen, was am Kärcher nicht mehr funktioniert, und ich hoffe die Ersatzteile bekommen zu können.

Nach dem Abendessen, das Krümel wieder hervorragend kocht, kommt noch der Entfeuchter ins Cockpit, und dann wir der Hänger zugemacht.


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